
Ich sitze hier an meinem Küchentisch in Leipzig, starre auf meine linke Hand und frage mich ernsthaft, ob ich mir das mit 38 wirklich noch antun musste. Meine Fingerkuppen sehen aus, als hätte ich versucht, eine heiße Herdplatte zu streicheln — oder zumindest sehr lange auf einen Maschendrahtzaun gedrückt. Sie brennen. Sie pochen. Und sie sind der Beweis: Woche 1 meines finalen Gitarren-Versuchs ist offiziell vorbei.
Bevor ich euch von meinem täglichen Kampf mit den Saiten erzähle, ein kleiner, aber wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links kaufst, erhalte ich eine Provision — für dich entstehen keine Mehrkosten. Ich verlinke nur Kurse, die ich im Rahmen meines 4-Wochen-Versuchs selbst durchgearbeitet habe und die ich gerade wirklich auf dem Schreibtisch (oder dem Schoß) liegen habe.
Drei Anläufe im Müll — und jetzt der vierte
Kurzer Rückblick, damit ihr wisst, mit wem ihr es zu tun habt: Ich bin Marlene, Grafikerin, eigentlich ein kreativer Kopf, aber bei der Gitarre bisher immer eine Versagerin. Drei Mal habe ich es in den letzten fünfzehn Jahren probiert. Drei Mal ist die Gitarre nach spätestens zwei Wochen wieder als Staubfänger in der Ecke gelandet. Mal war der Lehrer zu streng, mal das Lehrbuch zu trocken, mal mein Schweinehund einfach zu fett.
Aber dieses Mal ist es anders. Ich ziehe das jetzt öffentlich durch. Vier Wochen. Ein Song. Egal wie. Ich habe mich für den norberg Gitarrenkurs entschieden. Warum? Weil der seit über elf Jahren auf dem Markt ist und genau das verspricht, was ich brauche: In vier Wochen zum ersten Song. Kein monatelanges Tonleitern-Gedöns, sondern direkt ran an den Speck. Ich habe mir vorgenommen, jeden Tag dranzubleiben, egal wie sehr das Grafikprojekt im Nacken sitzt.

Die 165-Dollar-Hürde: Jetzt gibt es kein Zurück mehr
Anfang Juni habe ich auf „Kaufen“ geklickt. Der Kurs hat mich rund 165 Dollar gekostet. Das ist für mich als Freiberuflerin kein Pappenstiel — das ist fast ein ganzer Wocheneinkauf inklusive der guten Bio-Äpfel und dem teuren Kaffee. Aber genau dieser Preis ist mein Anker. Wenn ich so viel Geld ausgebe, dann kann ich nicht nach drei Tagen sagen: „Ach nö, heute lieber Netflix.“ Das Geld muss sich rentieren. Ich will diesen verdammten Song spielen können! Wenn du wissen willst, was der ganze Spaß sonst noch so kostet, schau mal in meine Übersicht zu den Gitarre lernen Kosten.
Der Kurs von norberg wirkt auf den ersten Blick fast ein bisschen nostalgisch. Keine glitzernde App, kein Schnickschnack, aber irgendwie solide. Es fühlt sich an wie ein verlässlicher Handwerker, der einem zeigt, wie man einen Nagel in die Wand haut. Keine Community-Features, kein Abo-Druck — einfach nur der Kurs und ich. Es ist dieser Fokus auf das Wesentliche, den ich in meiner norberg Gitarrenkurs Bewertung auch nochmal detailliert unter die Lupe nehme.
Gut drei Stunden voller „Plonk“ und „Sprotz“
Mein Plan war simpel: Jeden Tag etwa eine halbe Stunde. Ich habe mir den Wecker gestellt. In dieser ersten Woche bin ich tatsächlich auf insgesamt gut drei Stunden Übungszeit gekommen. Klingt viel? Fühlt sich nach deutlich mehr an. Mein Hirn hat sich zwischendurch angefühlt wie eine überhitzte Grafikkarte beim Rendern eines 4K-Videos.
Die ersten drei Tage waren pure Euphorie. Ich habe gelernt, wie man die Gitarre hält, ohne dass es aussieht, als würde man einen nassen Sack Zement umarmen. Und dann kam der erste Akkord. Ich glaube, es war D-Dur. In meinem Kopf klang das wie Lagerfeuer-Romantik und Freiheit. In der Realität klang es eher nach „Plonk“. Oder nach einem Geräusch, das eine sterbende Krähe macht, wenn sie gegen eine Fensterscheibe fliegt.
Mitte der Woche hatte ich meinen ersten richtigen Hänger. Es hat in Leipzig geregnet, ich war müde vom Job, und meine Finger wollten einfach nicht dahin, wo das Video es verlangte. Der Mittelfinger hat sich immer mitbewegt, wenn ich den Ringfinger abgesetzt habe — als wären sie mit einem unsichtbaren Gummiband verbunden. Ich habe die Gitarre für einen Moment weggestellt und laut geflucht. Aber dann dachte ich an das investierte Geld und habe weitergemacht. Das ist eben der Teil beim Gitarre lernen als Erwachsener: Man hat weniger Geduld mit sich selbst als ein Kind.

Das physische Limit: Wenn der Schmerz die Musik übertönt
Was einem keiner sagt: Gitarre spielen ist am Anfang Hochleistungssport für die Fingerkuppen. Ich arbeite den ganzen Tag am Grafiktablet, ich dachte, meine Hände sind belastbar. FALSCH GEDACHT. Die Stahlsaiten schneiden sich in die Haut ein, als wollten sie dort dauerhaft einziehen.
In den norberg-Videos wird zwar immer wieder gesagt, dass man nicht zu fest drücken soll, aber als Anfängerin hat man das Gefühl, man muss die Saite bis ins Holz pressen, damit überhaupt ein Ton rauskommt. Hier ist meine bisherige Erkenntnis nach den ersten sieben Tagen:
- Anfang der Woche: „Ich bin ein Rockstar!“ (Völlige Selbstüberschätzung ist mein Hobby)
- Die Mitte: „Warum habe ich das getan? Meine Finger sterben einen langsamen Tod.“
- Gestern: Die ersten winzigen Ansätze von Hornhaut bilden sich. Es tut weniger weh, aber schön sieht es nicht aus.
Ich habe zwischendurch mal kurz beim AndiTGitarre Kurs reingeschaut, weil der so viele Songs anbietet (über 40!), aber ich bleibe erst mal eisern bei meinem 4-Wochen-Plan mit norberg. Ich brauche diesen engen Fokus, sonst verzettle ich mich wieder in der Auswahl und lerne am Ende gar nichts. Andi ist super, wenn man schon ein paar Akkorde kann und einfach Futter braucht, aber für meinen „Ich-muss-das-jetzt-durchziehen“-Modus ist norberg gerade genau richtig.
Ein winziger Sieg am Sonntagabend
Gestern Abend ist etwas Magisches passiert. Ich habe den ersten Wechsel zwischen zwei Akkorden geschafft, ohne dass dazwischen eine gefühlte Ewigkeit lag. Es war flüssig. Naja, „flüssig“ für meine Verhältnisse. Es war eher wie ein stolperndes Fohlen auf Glatteis, aber es war Rhythmus da! ICH HABE MUSIK GEMACHT.
Ich habe das Wohnzimmerfenster aufgemacht, damit die Nachbarn in der Südvorstadt auch was davon haben (oder darunter leiden, je nachdem). Für einen kurzen Moment habe ich mich nicht wie eine Grafikdesignerin mit schmerzenden Händen gefühlt, sondern wie jemand, der tatsächlich etwas Neues erschafft.
Es ist hart. Es ist frustrierend. Und mein kleiner Finger fühlt sich an wie ein Fremdkörper, der eigentlich zu einer anderen Person gehört. Aber ich bin noch dabei. Das ist der absolute Rekord für mich! Nächste Woche geht es an die Schlagmuster. Da graut es mir jetzt schon vor — Koordination war noch nie meine Stärke. Wenn ich es schaffe, gleichzeitig zu atmen und die Saiten zu treffen, feiere ich eine Party.
Falls du auch gerade überlegst, ob du dir die Finger wund drücken willst: Der norberg Kurs ist echt ein guter Einstieg, wenn du keine Lust auf komplizierte Theorie hast, sondern einfach machen willst. Er ist bodenständig, direkt und nimmt dich an die Hand. Wir sehen uns in Woche 2 — hoffentlich mit weniger Schmerzen und mehr Song!