Saitenwoche

Tag 7: Warum tun meine Finger so weh? Mein ehrlicher Start mit dem norberg Kurs

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Ich sitze hier an meinem Küchentisch in Leipzig, starre auf meine linke Hand und frage mich ernsthaft, ob ich mir das mit 38 wirklich noch antun musste. Meine Fingerkuppen sehen aus, als hätte ich versucht, eine heiße Herdplatte zu streicheln — oder zumindest sehr lange auf einen Maschendrahtzaun gedrückt. Sie brennen. Sie pochen. Und sie sind der Beweis: Woche 1 meines finalen Gitarren-Versuchs ist offiziell vorbei.

Bevor ich euch von meinem täglichen Kampf mit den Saiten erzähle, ein kleiner, aber wichtiger Hinweis: In diesem Text sind Links zu den Kursen, die ich benutze. Wenn ihr darüber etwas kauft, kriege ich eine Provision — für euch wird es keinen Cent teurer. Ich verlinke hier nur Zeug, das ich in diesen vier Wochen auch wirklich selbst in den Fingern habe und teste, damit ihr seht, ob das was taugt.

Drei Anläufe im Müll — und jetzt der vierte

Kurzer Rückblick, damit ihr wisst, mit wem ihr es zu tun habt: Ich bin Marlene, Grafikerin, eigentlich ein kreativer Kopf, aber bei der Gitarre bisher immer eine Versagerin. Drei Mal habe ich es in den letzten fünfzehn Jahren probiert. Drei Mal ist die Gitarre nach spätestens zwei Wochen wieder als Staubfänger in der Ecke gelandet. Mal war der Lehrer zu streng, mal das Lehrbuch zu trocken, mal mein Schweinehund einfach zu fett.

Aber dieses Mal ist es anders. Ich ziehe das jetzt öffentlich durch. Vier Wochen. Ein Song. Egal wie. Ich habe mich für den norberg Gitarrenkurs entschieden. Warum? Weil der seit über elf Jahren auf dem Markt ist und genau das verspricht, was ich brauche: In vier Wochen zum ersten Song. Kein monatelanges Tonleitern-Gedöns, sondern direkt ran an den Speck.

Der 165-Dollar-Moment: Jetzt gibt es kein Zurück mehr

Am 01. April 2026 habe ich auf „Kaufen“ geklickt. 165 $ hat mich der Spaß gekostet. Das ist für mich als Freiberuflerin kein Pappenstiel — das ist fast ein ganzer Wocheneinkauf inklusive der guten Bio-Äpfel und dem teuren Kaffee. Aber genau dieser Preis ist mein Anker. Wenn ich 165 $ ausgebe, dann kann ich nicht nach drei Tagen sagen: „Ach nö, heute lieber Netflix.“ Das Geld muss sich rentieren. Ich will diesen verdammten Song spielen können!

Der Kurs von norberg wirkt auf den ersten Blick fast ein bisschen nostalgisch. Keine glitzernde App, kein Schnickschnack, aber irgendwie solide. Es fühlt sich an wie ein verlässlicher Handwerker, der einem zeigt, wie man einen Nagel in die Wand haut. Keine Community-Features, kein Abo-Druck — einfach nur der Kurs und ich.

210 Minuten voller „Plonk“ und „Sprotz“

Mein Plan war simpel: Jeden Tag 30 Minuten. Ich habe mir den Wecker gestellt. In dieser ersten Woche, vom 01.04. bis zum 07.04.2026, bin ich tatsächlich auf insgesamt 210 Minuten Übungszeit gekommen. Klingt viel? Fühlt sich nach deutlich mehr an.

Die ersten drei Tage waren pure Euphorie. Ich habe gelernt, wie man die Gitarre hält, ohne dass es aussieht, als würde man einen nassen Sack Zement umarmen. Und dann kam der erste Akkord. Ich glaube, es war D-Dur. In meinem Kopf klang das wie Lagerfeuer-Romantik und Freiheit. In der Realität klang es eher nach „Plonk“. Oder nach einem Geräusch, das eine sterbende Krähe macht.

Am 03. April hatte ich meinen ersten richtigen Hänger. Es hat in Leipzig geregnet, ich war müde vom Job, und meine Finger wollten einfach nicht dahin, wo das Video es verlangte. Der Mittelfinger hat sich immer mitbewegt, wenn ich den Ringfinger abgesetzt habe — als wären sie mit einem unsichtbaren Gummiband verbunden. Ich habe die Gitarre für zehn Minuten weggestellt und laut geflucht. Aber dann dachte ich an die 165 $ und habe weitergemacht.

Das physische Limit: Wenn der Schmerz die Musik übertönt

Was einem keiner sagt: Gitarre spielen ist am Anfang Hochleistungssport für die Fingerkuppen. Ich arbeite den ganzen Tag am Grafiktablet, ich dachte, meine Hände sind belastbar. Falsch gedacht. Die Stahlsaiten schneiden sich in die Haut ein.

In den norberg-Videos wird zwar immer wieder gesagt, dass man nicht zu fest drücken soll, aber als Anfängerin hat man das Gefühl, man muss die Saite bis ins Holz pressen, damit überhaupt ein Ton rauskommt.

Hier ist meine bisherige Erkenntnis nach 7 Tagen:

Ich habe zwischendurch mal kurz beim AndiTGitarre Kurs reingeschaut, weil der so viele Songs anbietet (über 40!), aber ich bleibe erst mal eisern bei meinem 4-Wochen-Plan mit norberg. Ich brauche diesen engen Fokus, sonst verzettle ich mich wieder in der Auswahl und lerne am Ende gar nichts.

Ein winziger Sieg am Sonntagabend

Gestern, am 07. April, ist etwas Magisches passiert. Ich habe den ersten Wechsel zwischen zwei Akkorden geschafft, ohne dass dazwischen eine fünfminütige Gedenkminute lag. Es war flüssig. Naja, „flüssig“ für Marlene-Verhältnisse. Es war eher wie ein stolperndes Fohlen, aber es war Rhythmus da!

Ich habe das Wohnzimmerfenster aufgemacht, damit die Nachbarn in der Südvorstadt auch was davon haben (oder darunter leiden, je nachdem). Für einen kurzen Moment habe ich mich nicht wie eine Grafikdesignerin mit schmerzenden Händen gefühlt, sondern wie jemand, der tatsächlich Musik macht.

Es ist hart. Es ist frustrierend. Und mein kleiner Finger fühlt sich an wie ein Fremdkörper, der nicht zu mir gehört. Aber ich bin noch dabei. Das ist der Rekord für mich!

Nächste Woche geht es an die Schlagmuster. Da graut es mir jetzt schon vor — Koordination war noch nie meine Stärke. Aber hey, wenn ich 210 Minuten „Plonk“ überlebt habe, schaffe ich auch das. Falls ihr auch gerade überlegt, ob ihr euch die Finger wund drücken wollt: Der norberg Kurs ist echt ein guter Einstieg, wenn man keine Lust auf komplizierte Theorie hat, sondern einfach machen will. Wir sehen uns in Woche 2!