Saitenwoche

Über Saitenwoche

Ich habe dreimal angefangen, Gitarre zu lernen. Einmal mit 19 (drei Monate, dann lag das Ding unterm Bett). Einmal mit 28 nach einem Urlaub in Portugal (zwei Monate, dann kam ein Projekt dazwischen). Und einmal mit 34, als ein Kurs im Sonderangebot zu günstig war, um Nein zu sagen (sechs Wochen, dann war der Kurs irgendwo in einem Tab-Friedhof verschwunden).

Jetzt bin ich 38. Und ich mache es noch einmal.

Der Unterschied diesmal: ich schreibe alles auf. Nicht für eine Hochglanz-Review, nicht um am Ende zu sagen "und dann konnte ich plötzlich spielen." Sondern weil ich gemerkt habe, dass ich immer dann aufgehört habe, wenn es still wurde. Wenn niemand gesehen hat, ob ich weitermache oder nicht.

Saitenwoche ist das Protokoll. Vier Wochen, ein Song, alles dazwischen. Die wunden Finger in Woche 1. Die Durchhänger in Woche 2. Das eine Moment in Woche 3, wo ein Akkordwechsel plötzlich flüssig läuft. Und die ehrliche Antwort auf die Frage: würde ich das noch einmal machen?

Kein Kursvergleich. Kein Lernplan für andere. Nur mein Versuch, diesmal nicht aufzugeben.

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