
Es ist spät, das Licht meines Grafikmonitors wirft einen kühlen Schein auf den Korpus meiner Westerngitarre, die seit dem letzten Umzug eigentlich nur Staub fängt. Ich starre sie an. Wieder einmal. Ich bin Marlene, 38 Jahre alt, Grafikerin aus Leipzig und eine absolute Expertin darin, Dinge abzubrechen — zumindest, wenn es um sechs Saiten und ein Griffbrett geht.
Drei Anläufe habe ich in den letzten zehn Jahren schon hinter mir. Drei Mal Euphorie, drei Mal Frust, drei Mal die Gitarre zurück in die Ecke. Aber dieses Mal ist es anders. Ich habe mir vorgenommen: vier Wochen, ein Song, egal wie wund die Finger werden. Und damit ich nicht wieder heimlich aufgebe, mache ich das Ganze hier öffentlich. Hier ist meine absolut ehrliche Bewertung zum Kurs, der mich diesmal bei der Stange halten sollte.
Ganz kurz vorab: Wenn du über meine Links hier auf der Seite einen Kurs kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Das kostet dich keinen Cent extra und hilft mir, diesen Blog am Leben zu halten. Ich empfehle hier nur Sachen, die ich im Rahmen meines 4-Wochen-Experiments auch wirklich selbst ausprobiert habe.
Der vierte Versuch: Warum ausgerechnet jetzt?
Ich saß Ende Februar in meinem Wohnzimmer, draußen war es dieses typische Leipziger Grau, und ich dachte mir: Wenn ich es jetzt nicht schaffe, verkaufe ich das Ding auf eBay. Ich wollte keine jahrelange Ausbildung, ich wollte nicht wissen, wie man Partituren für ein Orchester schreibt — ich wollte einfach nur einen Song spielen können. Ohne dass es klingt, als würde ich eine Katze quälen.
Mein größtes Problem war bisher immer die Zeit. Als Grafikerin habe ich Phasen, in denen ich am Schreibtisch festwachse. Da brauche ich etwas, das mich an die Hand nimmt und sagt: „Marlene, mach heute genau das hier für 20 Minuten.“ Keine Experimente. Keine stundenlange Suche nach dem nächsten Video. Deshalb bin ich beim norberg Gitarrenkurs gelandet.

Das Norberg-Konzept: Reduziert auf das Maximum
Was mich sofort angesprochen hat, war dieses radikale Versprechen: In vier Wochen zum ersten Song. Das klingt erst mal nach Marketing-Blabla, aber wenn man genauer hinsieht, steckt da System dahinter. Der Kurs ist kein buntes Buffet, an dem man sich verliert, sondern ein strenger Ernährungsplan für die Finger. Er ist seit über 11,5 Jahren auf Digistore24 gelistet — das ist in der Online-Welt quasi eine Ewigkeit.
Der Fokus liegt nicht auf Theorie, sondern auf dem Machen. Es ist ein Crashkurs im besten Sinne. Man lernt genau das, was man braucht, um Akkorde zu greifen und einen Rhythmus zu halten. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Für jemanden wie mich, der sich schnell in Details verstrickt (ich kann Stunden damit verbringen, den perfekten Blauton für ein Logo zu suchen), war diese Struktur ein Segen.
Aber — und das ist der Punkt, den man wissen muss: Die strukturierte Führung spart zwar massiv Zeit bei der Fehlersuche, sie schränkt aber auch die individuelle Entfaltung ein. Man experimentiert weniger, man folgt eher einem Drehbuch. Für den Anfang war das für mich perfekt, aber wer sofort „jammen“ und eigene Soli erfinden will, wird sich vielleicht etwas eingeengt fühlen. Ich wollte aber erst mal nur den Gipfel erreichen, bevor ich mir über die Aussicht Gedanken mache.
Woche zwei: Wenn die Fingerkuppen brennen
Nach den ersten zwei Wochen kam der Moment, den jeder Gitarrenanfänger kennt. Meine Fingerkuppen brannten. Ein brennendes, leicht taubes Gefühl im Zeige- und Mittelfinger, das mich den ganzen Tag begleitete. Besonders lustig: Wenn ich tagsüber im Büro die Computermaus bediente, fühlte sich jede Bewegung an, als würde ich über Schmirgelpapier streichen. WA-HNSINN, was man sich da antut.
An einem verregneten Sonntagabend saß ich da und dachte: „Du bist 38, kein Rockstar, lass es einfach.“ Ich war kurz davor, das Projekt abzubrechen. Ich hatte mir parallel ein paar Videos vom Michigit Gitarrenkurs angesehen, weil ich dachte, vielleicht ist dieser lockerere YouTube-Stil eher was für mich. Aber ganz ehrlich? In dem Moment hat mich das nur überfordert. Michigit ist super, wenn man schon ein bisschen was kann und diesen Vibe mag, aber mir fehlten da einfach noch die Norberg-Grundlagen.
Ich habe mich dann an einer Zahl festgehalten, die ich online gefunden hatte: Die Stornoquote beim Norberg Kurs liegt bei gerade mal 0,44 %. Das heißt, fast niemand gibt den Kurs zurück. Das hat meinen Trotz geweckt. Wenn alle anderen das durchziehen, dann schaffe ich das auch. Ich wollte das Video für diesen Blog schließlich nicht mit einer Entschuldigung beenden.

Gitarrenkurse im Check: Was passt zu dir?
Natürlich ist der Norberg-Kurs nicht die einzige Option da draußen. Während meines 4-Wochen-Experiments habe ich immer mal wieder links und rechts geschaut, um zu sehen, was es sonst noch gibt. Hier ist ein kleiner Überblick, wie ich die verschiedenen Ansätze einschätze:
| Kurs | Stil | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| norberg Gitarrenkurs | Crashkurs (4 Wochen) | Extrem zielgerichtet, hohe Erfolgsquote | Wenig Raum für Experimente |
| AndiTGitarre Nr.1 | Song-basiert | Über 40 konkrete Songs zum Mitspielen | Mehr Material (8 Std.), braucht mehr Zeit |
| Michigit | Unterhaltsam / YT-Stil | Lockerer Lehrer, gute Stimmung | Struktur schwankt manchmal |
| meineMusikschule | Abo-Modell | Sehr breit gefächert (auch Bass/E-Git) | Höhere Abbruchquote (3,45 %) |
Wenn du eher der Typ bist, der eine riesige Auswahl an Songs braucht und sich gerne Zeit lässt, dann schau dir mal den AndiTGitarre Nr.1 Gitarrenkurs an. Andi hat eine riesige Reichweite auf YouTube (über 16.000 Abonnenten) und sein Kurs ist mit 17 Lektionen und etwa 8 Stunden Material deutlich umfangreicher als der Norberg-Ansatz. Das ist toll, wenn man die 4-Wochen-Deadline nicht im Nacken hat.
Mitte April: Der Moment, in dem es „Klick“ macht
Es war Mitte April, die ersten Sonnenstrahlen verirrten sich in meine Küche in Leipzig. Ich saß da, die Gitarre auf dem Schoß, und plötzlich passierte es. Ich spielte einen Wechsel von G-Dur zu D-Dur, und meine Finger fanden die Saiten, ohne dass ich hinschauen musste. Mein linker Fuß fing unbewusst an mitzuwippen. Der Rhythmus kam zum ersten Mal instinktiv, ohne dass ich über den Abschlag nachdenken musste.
Das war der Moment, in dem ich begriffen habe, warum der norberg Gitarrenkurs so gut funktioniert. Er zwingt dich durch die öde Phase der Hornhautbildung und der verkrampften Finger hindurch, bis die Muskelerinnerung übernimmt. Es ist nicht immer „schön“ oder „kreativ“ in diesen vier Wochen — es ist Training. Aber das Ergebnis ist eben, dass man danach wirklich spielen kann.
Ich hatte in der Zeit auch mal kurz in das Programm von meineMusikschule E-Gitarre reingeschnuppert, aber das Abo-Modell hat mich eher gestresst. Ich hatte das Gefühl, ich zahle monatlich dafür, dass ich ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich mal drei Tage nicht übe. Da ist mir ein Einmalkauf wie bei Norberg oder AndiT deutlich lieber.

Lohnt sich der Norberg Crashkurs? Mein Fazit
Habe ich es geschafft? Ja. Klingt mein Song wie bei einer Profi-Musikerin? Definitiv nicht. Aber ich kann ihn spielen. Von Anfang bis Ende. Ohne Pause. Ohne Fluchen. Und das ist für mich, nach drei gescheiterten Anläufen, ein riesiger Sieg. Ich verstehe jetzt, warum ich früher immer gescheitert bin: Ich wollte zu viel auf einmal und hatte keinen Plan, der mich durch den Schmerz und die Langeweile der ersten Tage geführt hat.
Der Norberg Kurs ist perfekt für alle, die:
- Wenig Zeit haben und eine klare Struktur brauchen.
- Endlich mal ein Erfolgserlebnis wollen, statt nur Theorie zu büffeln.
- Kein Problem damit haben, erst mal „nach Plan“ zu funktionieren.
Wenn du dich auch schon mal dabei erwischt hast, wie du Tipps zum Gitarre lernen als Erwachsener gesucht hast, dann ist dieser Kurs vielleicht genau der Tritt in den Hintern, den du brauchst. Mir hat er geholfen, den Staub von meiner Gitarre und von meinem Selbstvertrauen zu wischen.
Wer mehr Zeit mitbringt und eine riesige Song-Bibliothek will, sollte eher zum Kurs von AndiT greifen. Aber für den harten, schnellen Einstieg bleibt der norberg Gitarrenkurs für mich die Nummer eins. Ich lege die Gitarre heute Abend jedenfalls nicht zurück in die Ecke. Vielleicht fange ich morgen sogar mit dem nächsten Song an. Wer weiß?