Saitenwoche

E-Gitarre lernen für Anfänger: Warum meineMusikschule mein Endgegner ist

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Der Akkordwechsel reißt ab, mitten im Takt. Meine Finger springen von E-Moll zu A, aber irgendwo dazwischen schnarrt eine Saite so hässlich, dass ich die Gitarre vom Schoß rutschen lasse und kurz die Augen schließe. Genau an diesem Punkt in meinem E-Gitarre-lernen-Selbstversuch wäre ich vor ein paar Wochen fast hingeschmissen. Anlauf Nummer vier, und mein größter Gegner war nicht die Gitarre selbst, sondern der Gitarrenkurs, bei dem ich angefangen hatte.

Festgehalten habe ich das Ganze, damit ich dieses Mal nicht wieder nach ein paar Tagen aufgebe. Wer über einen der Links hier bucht, unterstützt dieses Selbstversuch-Tagebuch, ohne dass für dich etwas teurer wird.

E-Gitarre lernen im Abo-Dschungel: mein Fehlstart mit dem Gitarrenkurs von meineMusikschule

Grafikerin bin ich, keine Musikerin, und meine schwarze Squier hat in den letzten Jahren schon drei gescheiterte Anläufe überlebt, ohne dass ich ihr campfire-tauglich näherkam. Noten kann ich bis heute nicht vom Wocheneinkaufszettel unterscheiden. Trotzdem wollte ich diesen einen Song können, den man am Lagerfeuer spielt, ohne dass jemand wegläuft. Also habe ich mich bei meineMusikschule E-Gitarre angemeldet — großer Name, großes Angebot, Akustik und Bass und E-Gitarre alles unter einem Dach.

Bei aller Größe habe ich mich in dem Angebot komplett verloren. Es fühlte sich an wie in einem Elektronikmarkt, in dem dir mehrere Verkäufer gleichzeitig etwas anderes empfehlen, während du eigentlich nur ein einziges Kabel suchst. Ich wollte wissen, wie ich meine Finger beim G-Dur richtig setze, und landete zwei Klicks später in einem Video über Jazz-Skalen für Fortgeschrittene. Peinlich war das nicht mal — nur echt demotivierend.

Die Kursauswahl hat mich komplett gelähmt

Mein Kalender ist chaotisch, halt. Kundentermine verschieben sich, Deadlines wandern, und wenn ich abends endlich Zeit hätte, will ich nicht erst zehn Minuten durch ein Dashboard klicken, um zu wissen, wo ich weitermachen soll. Genau das war bei meineMusikschule mein Problem: zu viel Auswahl, zu wenig Führung. Sobald ich den roten Faden verlor, verlor ich auch die Lust, überhaupt aufzumachen.

Drei gescheiterte Anläufe liegen bereits hinter mir, und ich war kurz davor, das Ganze dieses vierte Mal endgültig als „nichts für mich" abzuhaken.

Weniger Auswahl, mehr Üben

Den Cut habe ich gemacht, nachdem eine Woche lang nur Hornhaut-Frust und das Gefühl von zu vielen offenen Baustellen übrig blieben. Gebraucht habe ich keinen Rundum-Service, sondern jemanden, der sagt: heute das, morgen das, und in vier Wochen spielst du einen Song.

Gelandet bin ich beim norberg Gitarrenkurs — einmalig gekauft, kein Abo, das im Hintergrund weiterläuft, während ich mich eigentlich mit etwas anderem beschäftige. Der Fokus liegt komplett auf einem Ziel: erstes Lied, vier Wochen, kein Jazz-Ausflug dazwischen. Genau das, was mein Kopf nach einem langen Arbeitstag noch verarbeiten kann. Wie der Plan im Detail aussieht, habe ich hier aufgeschrieben: Gitarre lernen als Erwachsener: Mein Plan für das 4-Wochen-Experiment — inklusive der Akkordwechsel, an denen ich mich anfangs die Zähne ausgebissen habe.

Üben mit Armin ging gründlich in die Hose

Mein Nachbar Armin taucht manchmal einfach auf, wenn er durch die Wand hört, dass ich übe. Eines Abends stand er mit seiner eigenen Gitarre im Flur und schlug vor, gemeinsam zu üben. Klang nach einer netten Idee.

War es nicht. Er war spürbar weiter als ich, wechselte Akkorde, während ich noch nach der richtigen Fingerposition tastete, und ich habe die ganze Session damit verbracht, hinterherzuhetzen statt wirklich zu lernen. Am Ende war ich frustrierter als vorher, und meine Gitarre landete für den Rest des Abends einfach nur in der Ecke. Seitdem übe ich lieber allein, in meinem eigenen Tempo, und lasse mir höchstens hinterher erzählen, wie es geklungen hat.

Woche fünf: die Schwiele, die alles verändert hat

Fünf Wochen nach dem Wechsel zu norberg ist mir beim Tippen auf der Tastatur etwas aufgefallen: Mein linker Zeigefinger fühlt sich an der Kuppe nicht mehr weich an, sondern fest, fast wie eine kleine Münze unter der Haut. Eine Schwiele. Keine wunde Stelle mehr, die brennt, sondern echte, veränderte Haut.

Beim Stimmen halte ich inzwischen manchmal das Ohr ganz nah an den Korpus, um den Ton wirklich zu hören statt nur aufs Stimmgerät zu starren. Ein Trick, der sich fast schon vertraut anfühlt. Auch mein Rhythmusgefühl ist nicht mehr das einer kompletten Anfängerin — ich zähle nicht mehr laut mit, wenn ich einen Wechsel übe. Wer wissen will, wie wund meine Finger am Anfang wirklich waren: Tag 7: Warum tun meine Finger so weh? Mein ehrlicher Start mit dem norberg Kurs — dort steht die ganze schmerzhafte Wahrheit.

Ich würde norberg nochmal wählen

Ja. Ohne lange zu überlegen. Nicht weil der Kurs perfekt ist. Das Layout wirkt streckenweise in die Jahre gekommen, und eine Community oder einen Austausch mit anderen gibt es dort nicht. Aber die Entscheidung, die mir irgendwie am meisten geholfen hat, war gar nicht die Wahl des Kurses selbst, sondern die Einsicht, dass ich am Anfang gar keine Auswahl brauchte. Ich brauchte einen einzigen vorgegebenen Weg und die Erlaubnis, alles andere auszublenden.

Motivation durchzuhalten hängt bei mir offenbar weniger von Willenskraft ab als von der Anzahl der Entscheidungen, die ich jeden Abend treffen muss. Je weniger, desto eher setze ich mich wirklich hin. Falls du auch so ein „Ich fang mal an und breche dann ab"-Typ bist: Überleg dir, ob du ein riesiges Portal wie meineMusikschule wirklich bändigen kannst, oder ob dir etwas Kompakteres wie der norberg Kurs mehr bringt.

Meine Finger brennen an manchen Abenden immer noch. Aber das Pochen fühlt sich inzwischen weniger nach Scheitern an und mehr nach der Art Schmerz, die man sich selbst ausgesucht hat.

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