
Eben war es noch da. In der ersten Juni-Woche, als ich voller Elan meine neue Akustikgitarre auspackte, dachte ich noch: Marlene, das ist nur ein Stück Plastik. Wie schwer kann es sein? Dann passierte es heute Nachmittag wieder. Ein hohles "Pling", ein kurzes Scheppern auf dem Parkett und — weg.
Das Plektrum ist hinter den Heizkörper geflutscht. Schon wieder. Ich starre meine Hände an — diese Hände, die im Job als Grafikerin pixelgenaue Logos am Tablet zeichnen — und fühle mich wie ein absoluter Grobmotoriker. Es ist, als würde ich versuchen, ein nasses Stück Seife zu bändigen, während ich gleichzeitig versuche, diese 6 widerspenstigen Stahlsaiten zu treffen.
Hinweis: In diesem Beitrag sind Affiliate-Links versteckt. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision — für dich ändert sich am Preis absolut gar nichts. Ich verlinke hier nur Dinge wie den norberg Gitarrenkurs, den ich für mein 4-Wochen-Projekt wirklich selbst nutze, um endlich nicht mehr nach drei Tagen das Handtuch zu werfen.
Ein Pling, das mich in den Wahnsinn treibt
Ich sitze hier in meinem Wohnzimmer in Leipzig, der Ventilator summt, und ich schwitze. Nicht nur, weil es Hochsommer ist, sondern weil dieses Projekt "Gitarre in vier Wochen" mich echt an meine Grenzen bringt. Ich habe schon drei Anläufe in meinem Leben hinter mir. Jedes Mal bin ich an der Technik gescheitert. Oder an der Disziplin. Aber diesmal ziehe ich es durch, öffentlich, damit die Schande des Aufgebens einfach zu groß wäre.
Das Problem ist dieses winzige Ding. Ein Standard-Medium-Plektrum mit einer Stärke von 0.71 mm. Es fühlt sich eigentlich gut an — matt, leicht rau, fast wie ein glatt geschliffener Stein vom Ostseestrand. Wenn ich daran schnuppere, mischt sich dieser typische Celluloid-Geruch mit dem Aroma meines kalten Kaffees und dem Duft der frischen Saiten. Eigentlich idyllisch. Wäre da nicht die Tatsache, dass es sich ständig wegdreht.
Sobald ich die tiefe E-Saite etwas fester anschlage, macht das Plektrum in meinen Fingern eine Pirouette. Es wandert. Es flüchtet. Und am Ende halte ich es nur noch an der äußersten Spitze, bis es — PLING — im Nirvana des Wohnzimmers verschwindet.

Warum dieses kleine Plastikteil mein Endgegner ist
Ich habe alles probiert. Den Faustgriff (sieht aus, als wollte ich die Gitarre verhauen), den Pinzettengriff mit den Fingerspitzen (viel zu instabil) und den absoluten Verzweiflungsgriff. Letztes Wochenende war es besonders schlimm. Ich war so frustriert, weil ich meine drei Plektren unauffindbar im Sofa versenkt hatte, dass ich völlig verzweifelt versuchte, mit einer alten Kundenkarte Gitarre zu spielen. Spoiler: Eine Rabattkarte für Bio-Supermärkte hat keinen guten Sound. Gar keinen.
Dabei ist es doch so: Marlene, du gestaltest komplexe Logos am Grafiktablet, aber scheiterst an einem zwei Zentimeter großen Stück Plastik? Ernsthaft? Mein innerer Monolog ist momentan nicht besonders freundlich zu mir. Ich merke richtig dieses ziehende Gefühl im Daumenballen, wenn ich vor lauter Konzentration das Plastikstück so fest drücke, als wollte ich daraus eigenhändig Diamanten pressen. Davon bekommt man keine Musik, sondern nur Krämpfe.
Eigentlich kostet mich das ganze Experiment gar nicht so viel Nerven, wie ich dachte, wenn ich an die Gitarre lernen Kosten denke. Aber dieses haptische Versagen? Das tut weh. Vor allem, wenn man merkt, dass man die Saiten eher "schrabbt" als spielt. Es klingt abgehackt. Unsauber. Einfach nicht nach Musik.
Die Lösung: Es ist kein Kraftsport, sondern Geometrie
Nach etwa zehn Tagen intensivem Üben und diversen Wutanfällen bin ich in meinem Kurs an einem Punkt angekommen, der alles verändert hat. Ich mache ja diesen norberg Gitarrenkurs, und ehrlich gesagt, ich war erst skeptisch. Das Ding existiert seit 11.5 Jahren auf Digistore24 — das ist in Internet-Jahren eine Ewigkeit. Aber die Stornoquote liegt bei winzigen 0.44%. Das heißt, von 1000 Leuten geben es gerade mal 4 zurück. Das muss ja einen Grund haben.
Der Grund ist: Die erklären das für Leute wie mich. Keine Musiktheorie-Vorlesung, sondern Alltagshilfe. Der entscheidende Tipp war die Daumenhaltung. Ich dachte immer, ich muss das Plektrum mit der Spitze des Daumens halten. Falsch! Man legt es auf die Seite des ersten Glieds vom Zeigefinger und legt den Daumen flach oben drauf. Es geht nicht um KRAFT. Es geht um den WINKEL.
Als ich das Plektrum endlich mal nicht wie einen Feind, sondern wie eine Verlängerung meines Fingers gehalten habe, blieb es plötzlich da, wo es sollte. Sogar als ich versucht habe, einen schnelleren Rhythmus zu finden. Wer hätte gedacht, dass ein bisschen Geometrie im Wohnzimmer den Sound so klar macht? Falls du auch gerade erst anfängst, schau dir mal meine ehrliche Norberg Gitarrenkurs Bewertung an, da beschreibe ich genau diese Aha-Momente.

Was tun, wenn die Hände zum Wasserfall werden?
Jetzt kommt aber der Punkt, über den kaum jemand redet. Ich hab halt echt feuchte Hände, wenn ich mich konzentriere. In der Medizin nennt man das wohl Hyperhidrose, für mich ist es einfach nur nervig. Alle Standard-Tipps zum "Zangengriff" versagen kläglich, wenn zwischen Daumen und Plastik ein Schmierfilm entsteht. Da hilft auch das beste 0.71 mm Celluloid nichts mehr.
Was mir geholfen hat? Ein kleiner Hack aus der Grafik-Ecke: Textur. Ich habe angefangen, mit einem Teppichmesser ganz vorsichtig kleine Kreuze in die Grifffläche des Plektrums zu ritzen. Sieht zwar aus, als hätte eine Katze darauf herumgekaut, aber der Grip ist phänomenal! Plötzlich rutscht nichts mehr, auch wenn die Handfläche vor Aufregung beim ersten Song-Versuch schwitzt.
Es gibt auch Plektren aus Nylon oder solche mit Sandpapier-Beschichtung, aber das Selbermachen hat irgendwie was Befreiendes. Es nimmt dem Ganzen diese Ehrfurcht. Es ist MEIN Werkzeug. Wenn ich jetzt den Gitarre Rhythmus übe, fliegt das Ding nicht mehr im hohen Bogen durch den Raum. Ein kleiner Sieg für Marlene, ein großer für mein Wohnzimmer-Ambiente (weil ich nicht mehr alle fünf Minuten auf allen Vieren unter dem Sofa liege).

Fazit nach zehn Tagen: Wir werden Freunde
Ich bin noch weit davon entfernt, wie eine Profi-Musikerin über die Saiten zu wirbeln. Aber das Plektrum ist kein Fremdkörper mehr. Es gehört jetzt dazu. Gestern Abend saß ich auf dem Balkon, es war noch warm, und ich habe einfach nur zwei Akkorde gewechselt. Ganz langsam. Und das Ding blieb fest zwischen meinen Fingern.
Dieses Gefühl, wenn der Sound nicht mehr "plopp" macht, weil das Plektrum schief steht, sondern die Saite sauber schwingt... das ist pure Euphorie. Mein 4-Wochen-Plan steht noch, und ich merke, wie der erste Song langsam Form annimmt. Solange ich nicht wieder verkrampfe und versuche, Diamanten aus Plastik zu pressen.
Falls du auch gerade diesen Kampf kämpfst: Gib nicht auf. Es ist nur ein winziges Stück Plastik. Du bist der Chef, nicht das Plektrum. Und wenn gar nichts mehr geht, ritze halt ein paar Kreuze rein. Es hilft echt. Wenn du wissen willst, wie es bei mir weitergeht und ob ich den Song am Ende wirklich schaffe, bleib dran. Ich tippe das hier gerade mit leicht wunden, aber sehr glücklichen Fingern.
Vielleicht ist dieser Kurs, der schon seit über 11 Jahren Menschen wie mir das Spielen beibringt, auch was für dich. Schau dir den norberg Gitarrenkurs einfach mal an — die Stornoquote lügt wahrscheinlich nicht. Wir sehen uns nächste Woche, hoffentlich ohne Plektrum-Verluste hinter der Heizung!