Saitenwoche

Michigit Gitarrenkurs Erfahrungen: Kann ich nach 14 Tagen wirklich den ersten Song?

Der Geruch von altem Staub auf meiner Akustikgitarre ist weg. Endlich. Stattdessen riechen meine Handflächen jetzt nach Metall — dieser ganz spezielle, leicht kupferne Duft, der hängen bleibt, wenn man zwei Stunden am Stück versucht, „Lady in Black“ in den Griff zu bekommen. Und mein linker Zeigefinger? Der brennt. Nach genau drei Minuten C-Dur-Versuch fühlt er sich an, als hätte ich ihn zu lange gegen eine Herdplatte gedrückt.

Kurzer Transparenz-Check: In diesem Text stecken Affiliate-Links. Wenn du darüber einen Kurs kaufst, bekomme ich eine Provision, ohne dass es für dich teurer wird. Ich empfehle hier nur Zeug, das ich in meinem 4-Wochen-Projekt wirklich selbst in den Händen (und in den Ohren) hatte.

Der YouTube-Buddy im Wohnzimmer

Warum ich mich für den Michigit Gitarrenkurs entschieden habe? Ich brauchte diesen YouTube-Vibe. Diesen „Hey, wir setzen uns jetzt mal hin und schrammeln was“-Stil. Ich bin Grafikerin, ich hänge den ganzen Tag in Leipzig im Büro vor dem Monitor und schiebe Pixel — wenn mir dann abends ein Lehrer mit zu viel Theorie kommt, schalte ich sofort ab. Mein größter Horror war, zum vierten Mal in meinem Leben aufzugeben, weil es sich zu sehr nach Schule anfühlt.

Michi wirkt wie der Kumpel, der dir die Gitarre in die Hand drückt und sagt: „Mach einfach mal.“ Das kostet rund 127 Dollar und fühlt sich erst mal nach einem fairen Deal an, um endlich über das Stadium „ich besitze eine Gitarre“ hinauszuwachsen. Ich wollte weg von den trockenen Übungen, hin zu echtem Sound. Auch wenn mein Bruder mich wahrscheinlich an Weihnachten auslachen wird, wenn ich bis dahin immer noch nur zwei Akkorde kann.

Tag 14: Die nackte Wahrheit (und wunde Finger)

Heute ist der 14. April 2026. Halbzeit. Ich habe in den letzten zwei Wochen genau 10,5 Stunden geübt — jeden Tag 45 Minuten, hart diszipliniert zwischen Feierabend und Abendessen. Und was soll ich sagen? Mein linker Zeigefinger hat eine ganz seltsame Eigenwärme entwickelt. Wenn ich danach in der Agentur am Laptop tippe, fühlt sich die Tastatur irgendwie... fremd an. Als wären meine Fingerspitzen aus Hornplatten.

Aber: Ich spiele einen Song. Also, fast. „Lady in Black“ ist das Ziel. Bei Michigit wird das Ganze sehr locker angegangen. Das Problem? Das Tempo springt manchmal wie ein nervöser Floh. In einer Lektion ist alles super easy, und in der nächsten wird vorausgesetzt, dass man den Wechsel zwischen G-Dur und D-Dur schon im Schlaf beherrscht. Da saß ich dann, 20 Minuten lang, und habe verzweifelt versucht, die G-Saite zu stimmen — nur um festzustellen, dass ich die ganze Zeit am Wirbel der D-Saite gedreht habe. KLASSISCH MARLENE.

In solchen Momenten habe ich mich gefragt, ob ich mit einem strukturierteren Ansatz wie dem norberg Gitarrenkurs schneller wäre. Dort liegt die Stornoquote bei gerade mal 0,44 % — das ist fast nichts! Das zeigt mir, dass die Leute dort anscheinend weniger frustriert sind als ich gerade mit meiner verstimmten D-Saite.

Hier kannst du übrigens lesen, wie mein Plan für das 4-Wochen-Experiment eigentlich aussah, bevor die Realität mich eingeholt hat.

Der Vergleich: Michigit vs. die Konkurrenz

Wenn man 127 Dollar für Michigit ausgibt, ist das im Vergleich zum AndiTGitarre Kurs (ca. 126 Dollar) fast derselbe Preis. Bei Andi bekommt man 17 Lektionen, was runtergerechnet etwa 7,41 Dollar pro Lektion macht. Das ist echt okay für den Umfang. Aber Michigit hat diesen speziellen Unterhaltungsfaktor, den ich brauche, um nicht die Lust zu verlieren.

Trotzdem nagt es an mir: Der Preisunterschied zwischen Michigit und dem „Goldstandard“ von Norberg liegt bei etwa 38 Dollar. Norberg verspricht, dass man in vier Wochen ECHT ein Lied kann. Michi verspricht eher den Spaß am Weg. Und genau hier liegt der Trade-off: Ein strukturierter Kurs wie der von Norberg minimiert zwar die Frustrationsphase durch gezielte Übungen, erfordert jedoch eine höhere tägliche Zeitinvestition im Vergleich zum intuitiven, aber langsameren Selbstlernen bei Michigit.

Was mir bisher aufgefallen ist:

Zwischen Euphorie und „Ich werf das Ding aus dem Fenster“

Gestern Abend hatte ich diesen Moment. Ich saß auf dem Sofa, die Sonne ging über den Dächern von Leipzig unter, und ich habe zum ersten Mal drei Akkorde hintereinander gewechselt, ohne dass es wie ein sterbender Schwan klang. Es war fast Musik! Ein winziger Sieg für die Frau, die sonst nur InDesign-Shortcuts im Kopf hat.

Aber dann: Der Wechsel zurück auf C-Dur. Meine Fingerkuppen schälen sich langsam (man braucht wohl 10 bis 21 Tage für die erste echte Hornhaut), und es tat einfach nur weh. Ich habe die Gitarre in die Ecke gestellt und wollte sie für immer dort lassen. Doch dann habe ich mich an meinen Blog erinnert. Ich ziehe das durch. Öffentlich.

Wer übrigens eher auf die elektrische Variante steht, für den ist vielleicht meineMusikschule E-Gitarre interessant, auch wenn die Rückerstattungsquote dort mit über 3 % deutlich höher liegt als bei den Akustik-Spezialisten. Für mich bleibt es erst mal bei den Stahlsaiten meiner Westerngitarre — auch wenn die deutlich mehr Druck brauchen als Nylonsaiten.

Mein vorläufiges Fazit nach 14 Tagen

Kann ich nach 14 Tagen einen Song? Ja, wenn man beide Augen (und Ohren) zudrückt. Es ist unsauber, es scheppert, und mein Rhythmus ist eher „stolperndes Reh“ als „Rockstar“. Aber ich bin noch dabei. Das ist mehr, als ich in den letzten drei Anläufen geschafft habe.

Wenn du wirklich Struktur willst und sichergehen willst, dass du nach 4 Wochen nicht nur Lärm machst, schau dir den norberg Gitarrenkurs an. Wenn du es eher wie ich magst — ein bisschen chaotisch, ein bisschen YouTube-Feeling und kein Problem damit hast, auch mal 20 Minuten die falsche Saite zu stimmen —, dann ist der Michigit Kurs ein cooler Einstieg.

Ich geh jetzt erst mal meine Fingerspitzen kühlen. Morgen stehen wieder 45 Minuten auf dem Plan. Und „Lady in Black“ wartet nicht.

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