
Meine Fingerspitzen fühlen sich an, als hätten sie eine Nacht in einem Toaster verbracht. Sie brennen, sie pochen und sie haben diese ganz speziellen Rillen von den Stahlsaiten — ein Muster, das mich den ganzen Tag in der Agentur begleitet, wenn ich eigentlich nur Logos in InDesign schieben sollte. Aber hey, heute ist Tag 14 meines großen „Marlene lernt endlich Gitarre“-Projekts und ich lebe noch. Irgendwie.
Kurzer Transparenz-Check, bevor ich euch von meinem Fortschritt (oder dem Mangel daran) erzähle: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links einen Kurs kaufst, bekomme ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis rein gar nichts — es ist einfach ein Weg, wie du mein kleines Wohnzimmer-Experiment unterstützen kannst. Ich empfehle hier nur Zeug, das ich in den letzten zwei Wochen wirklich selbst vor der Nase und auf den Knien hatte.
Der YouTube-Buddy-Faktor: Warum eigentlich Michigit?
Ich bin jetzt 38. Ich habe drei Anläufe hinter mir, bei denen ich jedes Mal nach spätestens einer Woche das Handtuch geworfen habe. Warum? Weil mir die Theorie zu trocken war. Weil ich keine Lust auf „Hänschen Klein“ hatte. Ich wollte jemanden, der mir das Gefühl gibt, wir hocken gerade zusammen in einer WG-Küche in Leipzig-Plagwitz und probieren einfach mal was aus. Und genau das liefert der Michigit Gitarrenkurs.
Michi ist dieser typische Gitarren-Buddy von YouTube. Er ist locker, er ist direkt und er nimmt einem die Angst, die Gitarre überhaupt anzufassen. Der Kurs kostet rund 127 Dollar und fühlt sich erst mal nach einem fairen Deal an, wenn man bedenkt, dass er seine Inhalte schon seit 2015 pflegt. Es gibt sogar eine Ratenzahlung, was die Hürde für Leute wie mich — die schon genug Geld für ungenutzte Fitnessstudio-Abos verpulvert haben — deutlich senkt.

Tag 14: Die nackte Wahrheit über meine Hornhaut (und Lady in Black)
Eigentlich wollte ich heute ein Video hochladen, wie ich „Lady in Black“ schrammele. Aber die Wahrheit ist: Mein Rhythmusgefühl erinnert aktuell eher an ein betrunkenes Eichhörnchen als an Uriah Heep. Ich verbringe etwa 45 Minuten am Tag damit, meine Finger in Positionen zu zwingen, die mein Körper offensichtlich nicht vorgesehen hat. Besonders der Wechsel zu C-Dur ist mein persönlicher Endgegner. Wer hat sich diesen Akkord ausgedacht? Ernsthaft.
Bei Michigit ist das Tempo manchmal... nun ja, sportlich. In einer Lektion ist alles total entspannt und man denkt: „Ja, Marlene, du bist ein Naturtalent!“. Und zwei Videos weiter wird plötzlich vorausgesetzt, dass man den Wechsel zwischen G-Dur und D-Dur im Halbschlaf beherrscht, während man gleichzeitig einen Kaffee kocht. Da saß ich dann gestern Abend auf meinem Sofa, die Sonne ging gerade hinter den alten Industriebauten unter, und ich war kurz davor, das Ding aus dem Fenster zu pfeffern.
In solchen Momenten schiele ich dann doch rüber zum norberg Gitarrenkurs. Warum? Weil die eine Stornoquote von gerade mal 0,44 % haben. Das muss man sich mal vorstellen — fast niemand bricht dort ab. Das klingt nach einer Struktur, die mich vielleicht davor bewahrt hätte, gestern Abend fast zu heulen, weil meine D-Saite klang wie eine sterbende Mücke. Wenn du also jemand bist, der sehr schnell frustriert ist (hallo, Leidensgenossin!), ist dieser extrem strukturierte Weg vielleicht die sicherere Bank für den 4-Wochen-Erfolg.
Was kostet der Spaß eigentlich wirklich?
Ich habe viel darüber nachgedacht, ob die Investition sich lohnt. Wenn ich bedenke, was ich sonst für Quatsch ausgebe, sind die 127 Dollar für Michigit okay. Aber man muss dranbleiben. Ich habe mir extra einen Plan gemacht, um nicht wieder in die „Ich mach das morgen“-Falle zu tappen. Wer mal sehen will, was ich insgesamt investiert habe (auch in Sachen Zubehör und Nerven), kann hier mal in meinen Beitrag zu den Gitarre lernen Kosten reinschauen.
Was mir bei Michi gut gefällt: Es fühlt sich nicht nach Schule an. Es fühlt sich nach Hobby an. Aber — und das ist ein großes ABER — man braucht Disziplin. Es gibt keinen Lehrer, der dir auf die Finger klopft. Nur mich und meinen inneren Schweinehund, der meistens lieber Netflix schauen will.

Michigit vs. AndiT vs. Norberg: Der große Check
Wenn man sich im Dschungel der Online-Kurse umschaut, verliert man schnell den Überblick. Neben Michi gibt es noch den AndiTGitarre Kurs. Der liegt preislich fast gleichauf (ca. 126 Dollar), bietet aber über 40 konkrete Songs. Das ist natürlich eine Ansage, wenn man — so wie ich — eigentlich nur am Lagerfeuer glänzen will. Andi hat eine riesige YouTube-Community im Rücken, was auch für Vertrauen sorgt.
Aber hier mal meine ganz subjektive Einordnung nach zwei Wochen Testphase:
- Für die Struktur-Freaks: Definitiv der norberg Gitarrenkurs. Das Konzept „In vier Wochen zum ersten Lied“ ist genau das, was ich eigentlich brauche, um nicht abzuschweifen. Die niedrige Rückerstattungsquote spricht Bände.
- Für die Song-Sammler: Der AndiTGitarre Kurs. Wenn du die Basics einmal drauf hast, ist das die ultimative Bibliothek für alles, was man mitsingen kann.
- Für die WG-Vibe-Suchenden: Der Michigit Kurs. Es ist locker, es ist sympathisch, aber man muss mit den kleinen Sprüngen im Schwierigkeitsgrad klarkommen.
Ich habe mich zwischendurch sogar kurz gefragt, ob ich auf E-Gitarre umsteigen soll, weil die Saiten da weicher sein sollen. Da wäre meineMusikschule E-Gitarre eine Option gewesen, aber die Rückerstattungsquote ist dort mit über 3 % deutlich höher — vielleicht, weil viele unterschätzen, dass man da noch mehr Technik-Gedöns braucht. Ich bleibe erst mal bei meiner Akustik-Klampfe, auch wenn sie mich manchmal in den Wahnsinn treibt.

Ein kleiner Sieg zwischen den InDesign-Deadlines
Gestern Nachmittag hatte ich diesen einen Moment. Ich kam aus einem echt anstrengenden Meeting, hatte den Kopf voll mit Schriftarten und Farbcodes und wollte eigentlich nur schlafen. Aber ich hab mir die Gitarre geschnappt. Nur für zehn Minuten. Und plötzlich — ich weiß nicht wie — hat der Wechsel von E-Moll auf G-Dur funktioniert, ohne dass ich hinschauen musste. Es hat nicht gescheppert. Es klang sauber. FAST SCHON SCHÖN.
In diesem Moment wusste ich: Ich zieh das durch. Auch wenn ich beim Gitarre Rhythmus üben noch immer klinge wie ein kaputter Metronom. Es ist dieser kleine Dopamin-Schub, den man bekommt, wenn die Finger endlich das tun, was das Gehirn will. Das ist viel wertvoller als jedes perfekt gestaltete Logo.
Wer übrigens noch Inspiration für die ersten Erfolgserlebnisse braucht: Ich habe hier meine Top 5 Gitarrenlieder für Anfänger zusammengestellt. „Lady in Black“ ist natürlich dabei, auch wenn es mich gerade noch besiegt.
Mein Zwischenfazit: Kann man es in 14 Tagen?
Die Antwort ist ein klares: Jein. Kann ich einen Song von vorne bis hinten perfekt spielen? Nein. Kann ich so viel, dass mein Nachbar wahrscheinlich erkennt, was ich da versuche? Ja, wenn er ein sehr gütiger Mensch ist. Der Michigit Kurs hat mir geholfen, die Hürde zu überwinden, überhaupt anzufangen. Aber ich merke auch, dass ich an meine Grenzen stoße, was die Selbstorganisation angeht.
Wenn du wirklich diesen „In 4 Wochen kann ich das“-Garantie-Vibe willst, dann schau dir den Kurs von Norberg an. Das System ist seit über elf Jahren erprobt und scheint genau diese Frust-Momente, die ich gerade erlebe, besser abzufangen. Aber egal für was du dich entscheidest: Fang an. Die wunden Finger gehen vorbei (hoffe ich zumindest), aber das Gefühl, Musik zu machen, bleibt.
Ich gehe jetzt meine Fingerspitzen kühlen und morgen... morgen schlage ich das G-Dur, als gäbe es kein Morgen mehr. Wir sehen uns in zwei Wochen zum finalen Fazit!